Die Chronik der Stehplatzdiskussion in Düsseldorf.

September 2002
Oberbürgermeister Joachim Erwin sagt im WZ-Interview, in der Arena gebe es nur Sitzplätze, da diese auf die Fortunafans beruhigend wirken würden und Stehplätze eh nicht mehr zeitgemäß seien.
Auf ein Schreiben aus der aktiven Fanszene bestätigt der damalige Projektleiter Jürgen Hanßen, dass die Arena ursprünglich mit wandelbaren Steh- und Sitzplätzen ausgeschrieben war, darauf aber aus Kostengründen verzichtet wurde. Wenn Fortuna allerdings regelmäßig in der Arena spielen würde, sollten Teile der Kurven in Stehplätze umgewandelt werden.

Winter 2003
Mitglieder des Arbeitskreis Fanarbeit und des Supporters Club Düsseldorf 2003 e. V. gründen die die Initiative „Pro Stehplatz MFA Düsseldorf“ [MFA stand dabei für 'Multifunktionsarena', da zu dieser Zeit noch nicht bekannt war, dass die Arena einmal den Namen einer Düsseldorfer Fluggesellschaft tragen würde].

Februar 2004
Ein Sprecher der Firma Walter Bau erklärt, dass der komplette Unterrang der Südtribüne statisch für Stehplätze berechnet sei und diese dort eingebaut werden würden, sobald Fortuna dauerhaft in der Arena spielen würde [was inzwischen der Fall ist]. Der Sprecher bestätigt außerdem, dass in der Bausumme von 218 Millionen Euro auch der Umbau zu einem Olympiastadion mit inbegriffen war. Da dieser aber nicht stattgefunden hat, seien noch einige Millionen Euro übrig.

April 2004
Die Arena-Betreibergesellschaft trifft sich mit der Initiative „Pro Stehplatz MFA Düsseldorf“, kann aber weder sagen, wie viele Stehplätze es in der Arena geben werde, noch ob die Arena dafür statisch ausgelegt sei. Es wurde nur betont, dass es für drei bis vier Fortunaspiele keinen Umbau geben werde. Eine Begehung mit 50 Fortunafans für Ende Mai 2004 und eine Podiumsdiskussion mit 100 Fortunafans für nach den Sommerferien wurden versprochen. Beides wurde von Seiten der Arena nicht eingehalten.
Auf der Jahreshauptversammlung von Fortuna Düsseldorf versprechen sowohl der damalige Vereinspräsident Charly Meyer als auch Oberb[rgermeister Joachim Erwin, dass es in der Arena bei einem Aufstieg in die Zweite Liga Stehplätze geben werde.

Juli 2004
Bei der Saisoneröffnung verspricht Erwin erneut, dass es Stehplätze geben werde und alles statisch dafür berechnet sei.

August/September 2004
Der Pressesprecher von Walter Bau, Alexander Görbing, erklärt in dem Sonderheft "Sportstadt Düsseldorf“ des Düsseldorfer Anzeigers, dass das Konzept der Planer keine Stehplätze vorsehe. Das sei „zudem unvereinbar mit den internationalen Sicherheitsstandards.“ [Anm. d. Red.: Es wird wohl noch einige Jahre dauern bis Fortuna wieder international spielt.]

Herbst 2004
Herr Dr. Möller, der bei der Machbarkeitsstudie der Arena mitgewirkt hat, erklärt in einem WDR-Bericht, dass der Verein Fortuna Düsseldorf zwingend in der Arena spielen muss, damit sich die Arena rechnet.

Februar 2005
Ein Sprecher Walter Baus betont erneut, dass Stehplätze statisch und bautechnisch kein Problem seien. Allerdings wolle sie die Betreibergesellschaft nicht einbauen, da sie noch auf die WM 2006 hoffe. Außerdem würden Fortuna-Spiele von der Betreibergesellschaft als sehr problematisch gesehen, weil niemand wisse, was bei Fußballspielen gemacht werden müsse oder wie man mit Fans umgehen solle.

September 2005
Jörg Mitze, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, verspricht, dass er die Statik des Unterranges Süd von Bauingenieuren habe überprüfen lassen. Danach ist die Statik nicht für Stehplätze berechnet. Nur in den Kurven über den Innenraumeingängen seien Stehplätze möglich. Mit so einem kleinen Stehplatzblock würden sich die Betreiber aber selber lächerlich machen, sagte Mitze. Ein Umbau des Unterrangs zu einer Stehplatzgeraden im Verhältnis 1:1 sei bautechnisch möglich und würde nach Schätzung der Betreiber 20 bis 30 Millionen Euro kosten.

März 2006
Ein Schreiben aus dem Büro des Oberbürgermeisters versichert, dass Stehplätze ab der Zweiten Bundesliga kämen und dies auch mit dem Vorstand des Vereins Fortuna Düsseldorf so vereinbart sei.

November 2007
Der neu gebildete Aufsichtsrat der Arena sagt in der WZ, dass als letzte Hoffnung der Verein Fortuna Düsseldorf bleibt, der so schnell wie möglich in höheren Ligen spielen müsse, damit die Arena irgendwann Gewinne einfährt.

April 2008
Auf der Jahreshauptversammlung Fortunas erklärt Oberbürgermeister Erwin, dass der Unterrang Süd statisch nicht für Stehplätze berechnet wurde. Man könnte die Sitze herausnehmen, aber nicht mehr Fans auf den Unterrang lassen wie bei Sitzplätzen. Der Fanblock würde dann relativ leer aussehen. Eine Wand aus Fußballfans, wie es in anderen Stadien üblich ist, werde es in der Düsseldorfer Arena nicht geben können. Nur in den Bereichen in der Kurve über den Innenraumeingängen wären Stehplätze möglich. Auch wegen des Hotels und dessen Terrasse reiche die Statik nicht aus, um Stehplätze einzubauen. [Anm. d. Red.: Erwin hat damit u. a. seiner Aussage von der Saisoneröffnung und der Jahreshauptversammlung 2004 widersprochen.] Weiterhin sagt Erwin, die Stehplätze in den Kurven sollten erst eingebaut werden, wenn Fortuna in der Zweiten Bundesliga spiele.
Am Tag nach besagter Jahreshauptversammlung erklärt die Nachfolgefirma von Walter Bau, dass der Einbau von Stehplätzen statisch kein Problem darstellt.

Anfang 2009
Gründung der Fan Initiative Stonn Op mit dem Ziel der Errichtung von Stehplätzen auf dem Fanbereich Unterrang Süd und Stehplätzen für Gästefans auf dem Unterrang Nord.

Antrag der SPD Fraktion am 19. März 2009 im Rat der Stadt Düsseldorf zu einer Machbarkeitsstudie mit dem Ziel die Kosten eines Umbaus zu ermitteln. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden Ende September 2009 erwartet und sollen definitiv klären, ob die Statik im Unterrang für Stehplätze ausreicht oder wie teuer ein Umbau zu Stehplätzen sein würde, sowohl für den Fall, dass die Statik ausreicht, als auch nicht ausreicht.

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